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Studio Babelsberg AG

Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH

Mediadesign Hochschule für Design und Informatik

Zur Verfügung stehen folgende Artikel:


Spezialeffekte für Babelsberg

In der Berliner Morgenpost erschienen

Montag, 4. August 2008 - Von Sven Rosig
Die Studenten der finanziell gescheiterten Elstaler German Film School (GFS) haben seit kurzem eine neue Perspektive: Sie können an der neu gegründeten Babelsberg Film School (BFS) direkt am traditionellen Potsdamer Film-Standort ihr Studium zu Ende bringen. Die Studio Babelsberg AG finanziert die neue Privathochschule für angehende Spezialeffekt-Experten. Als Partner haben die Filmproduzenten die gleichfalls privat finanzierte Mediadesign Hochschule (MDH) aus Berlin gewonnen. Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) sagte, sie begrüße die Lösung. Ihr Haus muss nun über die staatliche Anerkennung der Schule entscheiden.

Um eine Lösung für die GFS-Studenten zu finden, hatte sich das Medienboard Berlin-Brandenburg als Vermittler engagiert. „Daraus ist dann diese Zusammenarbeit zwischen den Schulgründern hervorgegangen“, sagte Medienboard-Geschäftsführerin Petra Müller.

Drohendes Aus abgewendet

Noch wenige Wochen zuvor hatte das herannahende Ende des Semesters für die GFS-Studenten wie das Ende ihres Berufstraums ausgesehen. Doch wie die meisten Mit-Studenten legte auch der Mittzwanziger Nhat Phong Tran nicht die Hände in den Schoß;„Das Beste, was ich machen konnte, war mein Filmprojekt einfach weiterzumachen. Besser jedenfalls, als in Selbstmitleid zu versinken“, erinnert sich Tran an die Zeit der großen Ungewissheit. Seine gleichaltrige Projektpartnerin bei der Produktion eines Anti-Drogen-Filmspots, Caroline Weidenhiller,. wählte die gleiche Durchhaltestrategie. Und erlebte die Dozenten als Vorbilder. „Da haben viele weitergearbeitet, obwohl sie wussten, dass kein Geld mehr kommt“, so die Kommilitonin.

Ein aufrechter Gang, der sich für die 62 unentwegten GFSler gelohnt hat. Denn schließlich waren es die guten Referenzen der durchweg auf dem Arbeitsmarkt erfolgreichen GFS-Absolventen und das geballte Know-How, was die expandierende Studio Babelsberg AG letztlich zu einem ungewöhnlichen Schritt bewog, Das Unternehmen legte sich als international agierender Filmproduzent eine eigene Bildungsstätte für digitale Film-Kunst-griffe zu - und nutzte dazu den verbliebenen Kern der GFS. „Wo große Filme gemacht werden, da müssen auch Visual Effects erzeugt werden. Dafür gab es aber in Babelsberg bislang viel zu wenige Experten. Da haben wir den großen Schritt hin zur Beteiligung an einer Privathochschule gewagt“, begründet Studio-Babelsberg-Vorstand Carl Woebcken das Engagement. Er erinnerte daran, dass die Produktion des Films "300" von Studio Babelsberg nach Kanada abwanderte, weil nicht genügend "Visual Effects"-Spezialisten parat standen.

Allerdings, so Woebcken, sei von Anfang an klar gewesen, dass die Studio Babelsberg AG nur Juniorpartner eines Mehrheitsgesellschafters mit pädagogischer Erfahrung sein könne. Den fand das Unternehmen in der Berliner Mediadesign Hochschule. „Die Konzepte der BFS und unserer Hochschule ergänzen sich optimal. Der von uns erstmals angebotene Studiengang Game-Design für die Entwicklung digitaler Spiele unterscheidet sich hinsichtlich Effekten und Animation kaum mehr vom Film“, sagt Mediadesign-Rektor Hartmut Bode.

Lehrplan soll weitgehend erhalten bleiben

Lehrplan und Ausbildungsziele des bisherigen GFS-Diplom-Studiengangs "Digital Film Design" für Animation und Spezialeffekte sollen weitgehend erhalten bleiben, werden aber unter dem Titel "Digital Artist" als Masterabschluss weiterentwickelt, so Bode. Am 1. Oktober werden die ersten 24 neuen Masterstudenten ihre Ausbildung starten. Alle Studierenden sollen sich in der Filmpraxis erproben - im Studio Babelsberg gleich auf der anderen Straßenseite.

2009 kommen neue Angebote dazu wie etwa der Bachelor-Studiengang "Storytelling" für angehende Drehbuchautoren sowie ergänzende Masterstudiengänge. Insgesamt sollen in den kommenden drei bis vier Jahren mindestens 300 Studierende an der BFS eingeschrieben sein - deutlich mehr als zuvor an der alten GFS. „Nur 60 zahlende Studenten, das hat für die GFS wirtschaftlich gereicht“, begründete Marius Schwarz. Finanzvorstand der Studio Babelsberg AG und kaufmännischer Geschäftsführer der BFS.

Mediadesign-Rektor Bode sieht indes keine Konkurrenzsituation zur alteingesessenen Hochschule für Film und Fernsehen (HFF). „Im Gegenteil: Wir stimmen uns eng miteinander ab.“ Punktuell solle es zu einer Zusammenarbeit, etwa bei der Nutzung der Technik kommen. Die Studenten sind zufrieden. vertrauen auf die Zukunft. Das einzige, was sie etwas nervös macht, ist der Arbeitsbetrieb mitten in Potsdam und Babelsberg. „In Elstal war Ruhe und Abgeschiedenheit. Jetzt gibt es viele Verlockungen.“

nach oben© BABELSBERG FILM SCHOOL GmbH